Seit einigen Jahren fertigt Rik de Boe schwarz-weiße Kohle-Zeichnungen von identischem Format, deren dichte atmosphärische Wirkung an filmische Szenen denken lässt. So begegnen in ihnen immer wieder Ausschnitte von Fassaden und Innenräumen sowie Fenster und Jalousien, die wie in einer Camera Obscura“ um elementare Vorgänge der Wahrnehmung kreisen und zugleich Erinnerungen an mental gespeicherte Bilder wachrufen. Auf diese Weise werden sie zu Scharnieren einer fortlaufenden Raumerkundung, die mit einem permanenten Wechsel von Maßstab und Perspektive einhergeht. Hinzu kommen abstrakte geometrische Strukturen, etwa in Gestalt von TV-Testbildern oder Mondrian-Gemälden, die der belgische Künstler in diversen Varianten gezeichnet hat, und die eine enge strukturelle Verwandtschaft zu seinen gegenständlichen Motiven erkennen lassen. Dabei verwendet Rik de Boe entweder weißes oder hellblaues Papier, wodurch er seinen Zeichnungen – über deren immanente Licht-Schatten-Wirkung hinaus – unterschiedliche Farbtemperaturen verleiht. Vielen seiner Arbeiten liegen fotografische Skizzen zugrunde, die der Künstler auf Reisen macht, um sie später im Atelier in seine äußerst präzisen Zeichnungen zu übersetzen.

Neben seiner freien künstlerischen Tätigkeit lehrt Rik de Boe als Professor für Zeichnung an der Kunstakademie in Gent. Zudem betreut er als Kurator die »Voorkammer«, einen Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst in Lier, den er 1996 mit Peter Morrens gegründet hat. Zeichnungen von Rik de Boe waren erstmals im Sommer 2013 im Zuge des Projekts »4 AUS BELGIEN“ in der Galerie zu sehen. Für das Jahr 2014 ist eine Einzelausstellung geplant.

 

 


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