Zwei wiederkehrende Aspekte bestimmen die künstlerische Produktion von Walther Schwiete: zum einen eine Sammeltätigkeit, die einem subjektiven Interesse an bestimmten, nicht selten kuriosen Motiven und Bildgegenständen folgt, zum anderen ein besonderes Materialverständnis, das mit hoch spezialisierten Konstruktionen und Verfahrensweisen einhergeht – und oftmals in Zusammenarbeit mit Fachbetrieben entwickelt wird.

Beispielhaft kommen diese beiden Aspekte in den so genannten »PE-Drawings« zusammen, dies sind Intarsien aus Polyethylen, die Walther Schwiete seit einigen Jahren als Bildträger für thematische Werkgruppen benutzt. Hierzu zählen etwa die »Sprechblasen«, die »Tattoos«, die »Waffenteppiche« oder die »Kalenderblätter«, bei denen die figürliche Zeichnung jeweils in eine Fläche aus kleinsten Plastikbausteinen eingelegt und thermisch verschmolzen wird. Physikalische Prozesse bestimmen ebenso die »Briefmarkensammlung«, der U-Boot-Motive verschiedener Nationen zu Grunde liegen. Zu einem Wandpaneel ergänzt, handelt es sich um Styroporplatten, in die die Schiffskörper mit silbernem Nitrolack eingeätzt sind. Das Briefmarken-Thema hat Walther Schwiete schließlich an großflächig bedruckte Banner weitergereicht, womit er wiederum ein Format zur Sammlung und grafischen Verwandlung eigener und gefundener Bildmotive entwickelt hat.

Ungeachtet ihrer spezifischen Materialeigenschaften ist den verschiedenen Arbeiten gemeinsam, dass Werk- und Wahrnehmungsprozesse vergleichbaren Strategien der Transformation unterliegen. In diesem Sinne hat Barbara Hess darauf hingewiesen, dass sich die künstlerische Position Walther Schwietes zwischen der des Bastlers und des Ingenieurs bewegt: »Das heißt, es werden vorhandene Materialien und Technologien der (post-)industriellen Gesellschaft verwendet, nicht um sich deren Standards zu unterwerfen, sondern um damit eigene und eigensinnige Zwecke zu verfolgen.«

 


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