Seit einigen Jahren fertigt Jochen Mura aus Karton, Holz, Plexiglas und anderen Leichtbaumaterialien Modelle von architektonischen Baukörpern, die er als Objekte im Raum anordnet. Im Anschluss an seine so genannten „Versorgungsschächte“ sind zuletzt unter anderem prototypische Konstruktionen von gläsernen Fassaden, Vorräumen, Erkern oder Treppenhäusern entstanden, die den formalen Kanon einer gemäßigten, modernistischen Architektur befragen – und ihn zum Gegenstand eigener Ordnungen und non-funktionaler Erweiterungen machen. Nicht reale Bauwerke, sondern die abstrakte Grammatik architektonischer Formensprache bilden somit die Basis für seine skulpturalen Untersuchungen, die sich in zahlreichen Varianten zwischen Norm und individueller Abweichung bewegen.

In einer Doppelausstellung mit Britta Bogers zeigte Jochen Mura 2011 in der Galerie unter anderem Modellobjekte von seriellen Fassaden in eigens gefertigten Bodenvitrinen, die er unter dem Titel »Hausaufgaben« fasst, sowie neue Arbeiten aus der Serie »Perfect Blue«. Hierbei handelt es sich um Bausätze von Häusern, die auf kleinen Regalen vor himmelblauen Wandflächen aufgeschichtet werden – und so zu allererst auf die Möglichkeitsform einer späteren Montage verweisen.

Darüber hinaus hat Jochen Mura zahlreiche raum- und architekturbezogene Installationen realisiert und war an mehreren thematischen Projekten der Galerie beteiligt, so an den Ausstellungen »1:X Raum/Modell« (2010) und »Halte dich fern von offenen Fenstern« (2013).

 

 

 


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